Sonntag, 31. August 2014

Atemloser August

Sommermonde machen Stroh aus Erde,
Die Kastanienblätter wurden ungeheuer von Gebärde,
Und die kühnen Bäume stehen nicht mehr auf dem Boden,
Drehen sich in Lüften her gleich den grünen Drachen.
Blumen nahen sich mit großen Köpfen, und scharlachen,
Blau und grün und gelb ist das Gartenbeet, hell zum Greifen,
Als ob grell mit Pfauenschweifen ein Komet vorüberweht.
Und mein Blut, das atemlos bei den sieben Farbenstreifen stille steht,
Fragt sich: wenn die Blum', Baum und Felder sich verschieben,
Ob zwei Menschen, wenn die Welt vergeht,
Zweie, die sich lieben, nicht von allen Wundern übrig blieben.



Max Dauthendey



Impressionen von gestern aus dem Park von Schloss Landshut:















Samstag, 30. August 2014

Verlust

dieser sommer hat seine unschuld verloren
fehlanzeigen treffen mitten ins herz
eine kleine lange sehnsucht buhlt sich
mit einer großen traurigkeit im schattenlicht
dieser sommer trägt einen verlust in seiner zeittasche
lange umarmungen verhindern das gefälle
die fassungslosigkeit begreift sich nicht in worten
nur eine große traurigkeit nimmt platz im schattenlicht



Hermann Josef Schmitz



Wir freuen uns auf das Glasperlensymposium in 3 Wochen in Wertheim und wir freuen uns auf viele Besucher, die Lust auf Glaskunst haben.





Freitag, 29. August 2014

An mein Gedicht

Im besten Fall
wirst du, mein Gedicht, aufmerksam gelesen,
kommentiert und in Erinnerung behalten.


Im schlechteren Fall
nur durchgelesen.


Die dritte Möglichkeit –
du wirst geschrieben,
aber gleich in den Papierkorb geworfen.


Oder du kannst den vierten Ausweg wählen:
du verschwindest ungeschrieben
und murmelst zufrieden vor dich hin.



Wisława Szymborska


Ich wünsche Euch ein zufriedenes Wochenende und alles Gute.


Und heute erscheint die neue BAP-CD, sie wird mir beste Begleitung auf dem Weg zu meiner Liebsten sein.



Donnerstag, 28. August 2014

Wuchernd

nicht deine hellen augen sind’s alleine
es ist viel mehr was dich entschieden hat
drum will ich wuchernd sein in meiner liebe
will fassungslos mit dir durch tage gehen
nicht alles nur berechnen planen finden
es reicht wenn dieser lange fluss die richtung gibt
die züge mögen zwängen sich in ihrem drang
die netze alles selbst entscheiden
doch will ich geben mich wenn wolken treiben
und deiner ankunft manchmal wie ein flügel sein



Hermann Josef Schmitz




Endlich gesehen … und sehr lohnenswert:



Mittwoch, 27. August 2014

Meine Worte gehorchen mir nicht

Meine Worte gehorchen mir nicht
Kaum hör ich sie wieder mein Himmel
Dehnt sich will deinen erreichen
Bald wird er zerspringen ich atme
Schon kleine Züge mein Herzschlag
Ist siebnfach geworden schickt unaufhörlilch
Und kaum verschlüsselte Botschaften aus



Sarah Kirsch




Und nochmal Fachwerkimpressionen, diesmal aus Mosbach. Verknüpft mit der Ausstellung von Alltagsmenschen.