Mittwoch, 30. September 2015

Für Georg Friedrich Creuzer

Die Natur gab uns nur Dasein; Leben gibt uns die Kunst und Vollendung die Weisheit.


Friedrich Schiller


Eines der letzten Bücher aus dem großen Sommerferienlektüregeschenk meiner Liebsten. Ein sehr berührendes Buch über Worte und Liebe.




Dienstag, 29. September 2015

Eingerichtet

wir haben uns eingerichtet
die tage zerfleddern unbeachtet
im geflecht der bestimmungen
jemand legt richtungen ins leere
ahnungslos gehen die erfüllungen voran
wir glauben den schlagzeilen
sie geben uns scheinbare ruhe
jemand zieht im verdeckten fäden
aber wir haben uns eingerichtet



Hermann Josef Schmitz

Sonntag, 27. September 2015

1.000 und 8

1.000 x Wortgarage

Am 1. Januar 2013 bin ich auf dieser Plattform neu mit der Wortgarage gestartet. Unverändert ist sie mir ein wichtiger Begleiter in beinahe jedem Tag, nur selten waren die Umstände so, dass ein Bloggen nicht möglich war. Und unverändert ist die Wortgarage auch ein Heimatort in vieler Hinsicht, für die Worte, für die sich daraus ergebenden Begegnungen, für Anregungen und immer wieder auch für die Verbindung zu Annemarie, meiner Herzensdame und Ehefrau, mit der mich dieses Leben heute so sehr verbindet.

Heute ist dies der 1.000. Post. Und einmal mehr, aber heute ganz besonders danke ich allen, die hier eintreffen, die vielfach auch unerkannt bleiben und die mir alle durch das Lesen Freude bereiten. Manchmal begegne ich den Menschen nach vielen Jahren, sie geben sich ungeahnt zu erkennen und das ist einer der besonderen Momente im Leben.

DANKE - von ganzem Herzen und ich bleibe dran. Es macht Spaß und es werden viele viele weitere Einträge folgen, immer im grundsätzlich gleichen Rhythmus von eigenen und fremden Texten, im gleichen Rhytmus von Blau und Grün

Und schließen mag ich den heutigen Post mit einer Liebeserklärung an meine Herzensdame, mit der ich am 27. September 2007 beschloss, mich auf den gemeinsamen Weg in dieses Leben zu machen:


8


ich will nicht sicher werden
dem wunder diesem wunder dir will ich
mit jedem neuen tag die hand hinhalten
ich will den dingen auf den grund gehen
wenn es sich anzuhalten lohnt
will ich mit dir geniessen
ich will mit dir den neuen tag beginnen
dem leisen schritt in unberührte weite gleich
will ich dich halten mit allem was du bist
und will dich doch so lassen wie du leben willst
ich will nicht sicher werden
den grund berühren neu im wiederholten mal
will ich auch dann von neuem anbeginnen
wenn ich mir deiner liebe sicher wäre



Hermann Josef Schmitz

Samstag, 26. September 2015

Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.


Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.


Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.



Rainer Maria Rilke



Impressionen aus
Neuchâtel:

















Freitag, 25. September 2015

Herbstanfang

noch träumen die blätter im herben grün
die luft voll sattem geruch reifer tage
noch träumen die mittage von überdauernder zeit



Hermann Josef Schmitz


Was für ein schöner Tag gestern in Neuch
âtel. Zum ersten Mal waren wir im Centre Dürrenmatt. Dürrenmatts Leben wird hier deutlich vielfältiger, als wir es bisher kannten, das Museum zeigt vor allem auch sein Wirken als Maler. Mario Botta ist der Architekt, der das Wohngebäude Dürrenmatts Ende der 90er Jahre erweiterte.
Bilder von Neuenburg folgen.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende mit dem satten Geruch gereifter Tage.